Tagesschau spricht von „5.000 Männern, Frauen und Kindern“ auf Lampedusa – NIUS sagt, wie es wirklich aussieht
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Wie man anhand der Bilder aus Lampedusa auf diesen Satz kommen kann, bleibt ein Rätsel.
„Allein im Laufe eines Tages sind 5.000 Männer, Frauen und Kinder auf der kleinen Mittelmeerinsel angekommen.“
Mit diesen Worten beschreibt die Tagesschau-Korrespondentin aus Rom, was auf Lampedusa los sein soll. Faktisch ist das korrekt. 5000 Menschen sind allein am vergangenen Dienstag auf Lampedusa angekommen, darunter auch Frauen und Kinder.
Behördliche Zahlen gibt es aktuell nicht, aber die überwältigende Mehrheit der Menschen, die aus Afrika mit dem Boot auf die Insel übersetzen, um die EU zu erreichen, sind Männer. Helfer, Journalisten und Inselbewohner schätzen die Zahl der Frauen auf Kinder unter den Migranten gegenüber NIUS auf maximal 5 Prozent.

Die Insel hat mittlerweile den Notstand ausgerufen.
Die Tagesschau-Meldung spricht aber von „sind 5.000 Männer, Frauen und Kinder“ und suggeriert so das Gefühl, dass dieser Dreiklang einigermaßen ausgeglichen sei. Nach dem Motto: Da kommen Familien. Das ist nicht der Fall.
NIUS hat beispielhaft am Freitagmittag am Hafen von Lampedusa die Migranten beobachtet, die auf die Fähre nach Sizilien sollten. Hunderte Männer warten dort in der sengenden Hitze unter Zelten des Roten Kreuzes. Immer wieder kommt es zu Hektik, wenn sich die Schlange in Bewegung setzt. Schauen Sie sich das Video in Ruhe an, halten Sie zwischendurch an – sie werden kaum Frauen und Kinder finden.
Diese Szene stellt keine Besonderheit dar, sondern ist die Realität in diesen Tagen auf Lampedusa. Niemand, der das überfüllte Auffanglager (ausgelegt für 400 Personen) beobachtet, würde auf die Idee kommen, von „Männern, Frauen und Kindern“ zu schreiben.

So berichtete tagesschau.de über die Lage in Lampedusa
Nach den ersten Transfers am Freitagmorgen sind laut dem Roten Kreuz derzeit rund 3.800 Menschen im Auffanglager, dem sogenannten Hotspot.
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Jan A. Karon
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