Meloni fällt auf Fake-Diplomat rein: Ungeschönte Aussagen zur Migration und zum Ukraine-Krieg
Ein Beitrag von
Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni ist auf einen Fake-Anruf eines russischen Komiker-Duos hereingefallen. Im Gespräch mit einem vermeintlich afrikanischen Diplomaten fielen einige ungeschönte Aussagen zur Weltlage. Meloni warnte vor einer ausufernden Migrationskrise: „Wir treten in eine Ära ein, in der wir das nicht mehr schaffen können“, sagte sie. Beim Thema Ukraine-Krieg sprach sie sich für eine Lösung aus, mit der beide Kriegsparteien leben könnten.
Der vermeintliche afrikanische Diplomat sprach die italienische Ministerpräsidentin zu Beginn auf die derzeitige Situation in der Migrationskrise an. Die momentane Lage sei „sehr schwierig“ für Italien zu handhaben, antwortete Meloni. „Wir haben seit Anfang des Jahres, also in neun Monaten, mehr als 120.000 Menschen aufgenommen, die hauptsächlich aus Tunesien kamen.“
Europa habe lange Zeit geglaubt, dass es das Problem der Grenzschließung in Italien lösen könne. „Was sie nicht verstehen, ist, dass das unmöglich ist“, so die 46-Jährige. „Das Ausmaß dieses Phänomens ist etwas, das meiner Meinung nach nicht nur die Europäische Union, sondern auch die UNO betrifft.“ Nur würden sich andere Länder nicht um die Probleme kümmern. „Wir treten in eine Ära ein, in der wir das nicht mehr schaffen können. Es ist bereits zu spät, wir müssen uns beeilen“, warnte Meloni. „Diese Menschen, die illegal kommen, sind unmöglich zu integrieren.“

Das Verhältnis zwischen von der Leyen und Meloni ist angespannt.
Meloni will diplomatische Lösung für Ukraine-Krieg
Gleichzeitig beschrieb sie momentane politische Differenzen zwischen Frankreich und Italien. Die Krise im Niger brauche eine diplomatische Lösung, ansonsten würde es die Migrationskrise weiter verstärken. Aber Frankreich habe „nationale Prioritäten“ und zögere.
Auch zum Thema Ukraine-Krieg äußerte sie sich. Die europäischen Staats- und Regierungschefs seien des Ukraine-Krieges überdrüssig. „Jeder versteht, dass wir einen Ausweg brauchen“, meinte die Ministerpräsidentin. Ansonsten dauere der Konflikt noch Jahre an. Die Schwierigkeit bestehe darin, einen Weg zu finden, beide Parteien zufriedenzustellen, ohne das internationale Recht zu zerstören. Sie habe diesbezüglich einige Ideen, aber warte noch auf den richtigen Moment. Sie bestritt jedoch ultra-nationalistische Einflüsse in der Ukraine, die ihr der Gesprächspartner in den Mund legen wollte. Das Problem des Nationalismus habe eher Putin, meinte die Staatspräsidentin. Die Ukraine habe das Recht, sich zu verteidigen.
Das Büro von Giorgia Meloni bestätigte gegenüber dem englischen Telegraph, dass die Aufnahme ihres Telefongesprächs echt sei und am 18. September vor einem Treffen am Rande der UN-Generalversammlung in New York stattgefunden habe.
Wladimir Kusnezow und Alexej Stoljarow alias „Vovan und Lexus“ haben bereits in der Vergangenheit solche Fake-Anrufe durchgeführt. Zuletzt fiel auch Franziska Giffey (SPD) auf einen Anruf herein, bei dem sie dachte, mit Wladimir Klitschko zu telefonieren.
Hier finden Sie das gesamte Gespräch:
Mehr NIUS:
Schlappe für Dobrindt: Gericht erzwingt Einreise eines zurückgewiesenen Eritreers
Schwere Drohnenangriffe auf Moskau – wichtige Ölraffinerie in Flammen
Krise: Industrie-Beschäftigung fällt auf 10-Jahres-Tief
Aktuelle Zahlen belegen: Sogar die Polen wandern inzwischen aus Deutschland aus
130-Kilo-Mörder flieht bei Freigang in Peine – LKA fahndet nach 42-Jährigem
Schwere Krise im Automobil-Mittelstand: Jeder zweite Zulieferer streicht Jobs
Abkommen unterzeichnet: USA und Iran wollen Kriegsende
Schönbohm gewinnt vor Gericht gegen das ZDF – muss aber die Kosten selber tragen
Mehr NIUS:
Aktuelle Zahlen belegen: Sogar die Polen wandern inzwischen aus Deutschland aus
130-Kilo-Mörder flieht bei Freigang in Peine – LKA fahndet nach 42-Jährigem
Schwere Krise im Automobil-Mittelstand: Jeder zweite Zulieferer streicht Jobs
Abkommen unterzeichnet: USA und Iran wollen Kriegsende
Schönbohm gewinnt vor Gericht gegen das ZDF – muss aber die Kosten selber tragen
906.000 Euro für „Kreativraum“ im Jobcenter Bremen: Geschäftsführer entlassen
Russische Luftangriffe auf die Ukraine: Mindestens neun Tote, berühmtes Höhlenkloster brennt
USA und Iran einigen sich auf Deal: Entspannung für Wirtschaft in Sicht
Redaktion
Artikel teilen
Kommentare