Antisemit der Woche: Ex-ARD-Korrespondent Christoph Hörstel nennt 7. Oktober „Märchen“
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In Zeiten grassierender Judenfeindlichkeit, die längst auch in Teilen der Politik angekommen ist, wollen wir die schlimmsten Ausfälle sichtbar machen. Dafür verleiht NIUS jeden Freitag die „Goldene Wassermelone“ – einen Negativ-Preis für besonders auffällige Antisemiten. Die Wassermelone steht wegen ihrer Farben für die Palästina-Solidarisierung und damit auch für den Hass auf den jüdischen Staat. Diese Woche heißt unser Preisträger Christoph Hörstel.
Dieser Mann ist wirklich abgedriftet: Christoph Hörstel, geboren 1956 in Bremen, ist Publizist und politischer Aktivist, manchmal wird er auch als Berater oder Analyst vorgestellt. Und er hat jahrelang (1985 bis 1999) für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk gearbeitet, berichtete als Sonderkorrespondent für die ARD unter anderem aus Afghanistan, Irak, Iran und Syrien. Später war er Nachrichtenmoderator der Sendung „MDR aktuell“ und auch als leitender Redakteur tätig.

Tickte er da noch sauber? Hörstel 2001 als Gast in der SFB-Sendung „Alex“
Inzwischen fiel Hörstel, der „einst als Experte und Journalist gefragt“ (Spiegel Online) war, mit krassen Äußerungen auf, die ihn heute als „weitgehend diskreditiert“ dastehen lassen. Von Chemtrails bis 9/11 als Werk der CIA hat er so ziemlich alles im Repertoire, was einen klassischen Verschwörungstheoretiker ausmacht.
Irre: 7. Oktober von Israel selbst inszeniert, um in Gaza „Blutrausch“ auszuleben
Laut des Journalisten Sebastian Leber behauptete er auch, dass Angela Merkel israelfreundlich sei, weil sie jüdische Vorfahren habe (ihr Wort von der Sicherheit Israels als deutsche „Staatsräson“ nannte er „eine Politik des Hochverrats“), und dass „die Zionisten“ Adolf Hitler durch geheime Finanzhilfe zur Macht verholfen hätten. Israels Politik, meint Hörstel, „kann man nur dann richtig verstehen und einordnen, wenn man weiß, dass Israel von Satanisten geschaffen wurde, um jedes Recht, jedes Gesetz, jede Vereinbarung, jeden Vertrag zu brechen.“ Der Waffenstillstand in Gaza sei nur „eine Pause im Völkermord“, Israel plane, Gaza „auszuradieren“.
Seit den Massakern der Hamas im Herbst 2023, dem brutalsten Pogrom an Juden seit dem Holocaust, dreht Hörstel komplett frei. „Israels Armee darf töten, wie sie will, das ist das Ende der Zivilisation, wie wir sie kennen. Das ist ein organisierter Blutrausch. Das ganze Märchen vom 7. Oktober wurde nun als organisierter Starttermin für diesen vorgeplanten Blutrausch einfach eingesetzt.“
Hörstel behauptet, nicht die Hamas, sondern Israel selbst habe hunderte Israelis an jenem Tag ermordet, um im Gazastreifen einen „organisierten Blutrausch“ auszuleben. Der israelische Ministerpräsident Netanjahu sei ein „hochmotivierter Armageddon-Politiker“ im Interesse des „Deep State“. Er, seine Regierung „und alle internationalen Unterstützer in den Knast“, forderte Hörstel, der glaubt, es gebe ein weltumspannendes Netz von Mitverschwörern. Der irre Judenfeind bescheinigt dem jüdischen Staat eine „Völkermord-Schurkenpolitik“, die von einer globalen Komplizenstruktur unterstützt werde.

Christoph Hörstel möchte Israel aufgelöst sehen.
Als Redner beim Al-Quds-Tag Islamisten begeistert
Seine Behauptung, Israel sei ein „gescheitertes Experiment“ und müsse durch eine UN-Abstimmung „rückabgewickelt“ werden, ist nichts anderes als die Forderung nach der Auflösung des jüdischen Staates, den Hörstel „kriminell“ nennt und dem er unterstellt, die Welt als „Geisel“ zu halten. Überhaupt gebe es Israel nur wegen des Holocausts und die Palästinenser seien die eigentlichen Opfer deutscher Geschichte.
Was sich mit der larmoyanten Behauptung palästinensischer Offizieller deckt, die sich als „Opfer der Opfer“ verstehen, wenn sie denn überhaupt die Shoah als zeitgeschichtliche Tatsache anerkennen. Insofern passt es, dass Hörstel von 2011 bis 2018 jährlich beim islamistischen Al-Quds-Tag in Berlin als Redner auftrat, einem Event von muslimischen, rechts- und linksextremistischen Judenhassern.
Hörstel gründete auch die Parteien „Neue Mitte“ und „Deutsche Mitte“ und ist für eine Ein-Staaten-Lösung im Sinne der Palästinenser und anderer Araber, die den jüdischen Staat beseitigen wollen. 2019 habe er Doha besucht und mit Chalid Maschal gesprochen, der bis 2017 Politbüro-Chef der Hamas war. Der habe ihm versprochen, wenn die Hamas erst einmal über Israel herrsche, „wird sie die Juden in Palästina beschützen“.
Eine absurde Behauptung, die Hörstel wahrscheinlich für bare Münze genommen hat. Sein wirres Weltbild sieht in Maschals Worten, die dieser niemals in arabische Ohren sprechen würde, offenbar keinen Widerspruch zum offiziellen Programm der Hamas, das die Vernichtung aller Juden weltweit vorsieht. Was Hörstel vom Stapel lässt, findet allerdings nicht nur auf dem Al-Quds-Tag Gehör; im Netz finden sich Interviews mit ihm und auch auf Telegram ist der irre Antisemit unterwegs. So findet mittelalterlicher Judenhass durch neue Medien den Weg in die Postmoderne. Kein Fortschritt.
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